Restorative Justice

Schaden wieder gut machen, Betroffene trösten, Ursachen beheben; gemeinsame, sichere, vertrauensvolle Zukunft ermöglichen – könnten das nicht zentrale Ziele unseres Justizsystems sein?

Restorative Justice (englisch: to restore: wiederherstellen; justice: Justiz; Gerechtigkeit) ist ein international gebräuchlicher (und in umfassender Weise ins Deutsche nicht übersetzbarer) Begriff für eine alternative Form der Konflikttransformation. Er kann eine Alternative zu gängigen gerichtlichen Strafverfahren oder auch gesellschaftliche Initiativen außerhalb des Staatssystems bezeichnen.

Restorative Justice bringt die direkt Beteiligten (Geschädigte, Beschuldigte) und manchmal auch die Gemeinschaft zu einer Suche nach Lösungen zusammen. Dabei wird auf Wiedergutmachtung materieller und immaterieller Schäden und die Wiederherstellung von positiven sozialen Beziehungen abgezielt. Die Bewegung hin zu Restorative Justice kommt aus verschiedenen philosophischen Richtungen und Beweggründen: vom Wunsch nach Stärkung der Rolle der Geschädigten im Verfahren über die Suche nach menschlichen Alternativen zu Strafe bis hin zum Bestreben, Kosten und Arbeitsbelastung im herkömmlichen Justizsystem zu mindern und die Effektivität zu erhöhen. Praktiken der Restorative Justice finden sich in den Traditionen vieler Kulturen, z. B. in indigenen Kulturen Neuseelands, Nordamerikas oder Hawaiis. Auch die meisten Rechtsordnungen westlicher Länder beinhalten mittlerweile Elemente der Restorative Justice, etwa den Tatausgleich in Österreich oder den Täter-Opfer-Ausgleich in Deutschland.

siehe dazu weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Restorative_Justice

Was uns schützt: Rückfallquoten im herkömmlichen Strafrecht und bei Restorative Justice

Wie hoch sind die Rückfallquoten? Wie viele von denen, die strafrechtlich verurteilt werden, begehen später noch einmal ein Delikt und stehen wieder vor Gericht? Wie viele von denen, die durch ein Restorative Justice Programm gegangen sind?

Dazu gibt es viele Studien aus unterschiedlichen Ländern. Als durchgängiger Trend zeigt sich, dass Menschen nach Restorative Justice Programmen weniger rückfällig werden. Der Schutz der Gesellschaft vor weiteren Straftaten wäre demzufolge also höher als mit dem herkömmlichen Straf-System. Eine österreichische Studie aus dem Jahr 1999 zeigte auf, dass die Rückfallquote nach einem Außergerichtlichen Tatausgleich nur noch halb so hoch war wie nach einem klassischen Gerichtsverfahren und Geldstrafe. Ein auffälliges Ergebnis von Studien aus dem anglo-amerikanischen Raum ist, dass die Wirksamkeit von Restorative Justice bei schwerwiegenderen Delikten deutlicher ausgeprägt ist als bei den „leichten“.

Von den relevanten Studien sind einige auch im Volltext im Internet zu finden:
Überblick über sieben Studien auf

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